Was für den Steinzeit-Menschen gut war, das kann auch für den modernen Menschen nicht verkehrt sein – so könnte man die Herangehensweise der Paleo Diät beschreiben. Die Paleo Diät ist daher auch unter dem Namen „Steinzeit Diät“ bekannt.

Das Prinzip der Paleo Diät ist leicht verständlich: Auf dem Speiseplan stehen all die Nahrungsmittel, die unsere Vorfahren in der Steinzeit zu sich genommen haben. Die Steinzeitmenschen waren Jäger und Sammler. Ackerbau war damals noch unbekannt. Daher unterscheidet sich die Paleo Ernährung von den heutzutage üblichen Essgewohnheiten, die üblicherweise landwirtschaftliche Produkte und stark verarbeitete Lebensmittel beinhalten.

Ernährungsumstellung der Paleo Diät

Fleisch und Gemüse - Die Paläo DiätAls grobe Leitlinie bei der Paleo Diät gilt: Alles, was beim Steinzeitmenschen nicht auf dem Speiseplan stand, gehört nicht auf den Teller. Der deutsche Durchschnitts-Esser muss dabei umdenken. Sämtliche Getreideprodukte sind ab sofort gestrichen. Also kein Brot, keine Nudeln, kein Kuchen – aber auch kein Reis, kein Mais, keine Haferflocken im Müsli. Auch die stärkereichen Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen und Linsen entfallen. Denn sie alle liefern einen hohen Anteil an Kohlenhydraten, besitzen aber vergleichsweise wenig Nährstoffe.
Zucker ist vor allem in seiner industriell verarbeiteten Variante vollständig zu meiden – hier lauert eine Falle in gezuckerten Getränken. Ein wenig Obst ist erlaubt – aber sein Konsum sollte sich in Grenzen halten, da es ebenfalls Zucker enthält.

Lebensmittel zum Abnehmen bei der Paleo Diät

Gemüse ist die Grundlage der Paleo Diät. Es enthält zahlreiche Ballaststoffe, die die Verdauung am Laufen halten. Allerdings ist nicht jedes Gemüse gleichermaßen geeignet. Alle stärkehaltigen Gemüse – dazu zählen etwa Kartoffeln, Kürbis, aber auch alle Hülsenfrüchte – sollten nur in Maßen auf dem Teller landen.

Die Jäger der Urzeit haben viel Fleisch zu sich genommen. Das bedeutet auch für den modernen Menschen: Tierische Proteine sind eine wichtige Säule in seiner Ernährung. Fleisch, Fisch und Eier kommen hier in Frage. Von Milchprodukten sollte er jedoch trotz ihres hohen Eiweißgehaltes Abstand nehmen. Denn auch sie gehören nicht zur natürlichen Ernährung dazu und werden unter anderem für diverse Autoimmunerkrankungen verantwortlich gemacht.

Abzuraten ist von minderwertigen Fleischprodukten aus der Massentierhaltung, in der schlechtes Futter und Antibiotika zum Einsatz kommen.

Wichtig ist die Zusammensetzung der Fette. Der Organismus benötigt sowohl Omega-3- als auch Omega-6-Fettsäuren aus der Nahrung – beides ungesättigte Fettsäuren. Häufig ist der Anteil der Omega-6-Fettsäuren im Vergleich zu hoch, zumal beide um die Verwertung im Körper konkurrieren. Omega-3 ist in fettem Fisch enthalten, aber auch in Rindfleisch aus Weidehaltung.

Aus der Küche werden Fertiggerichte und Tütensuppen verbannt. Denn was hier wirklich an Inhaltsstoffen drin steckt, ist kaum nachvollziehbar. Der ungesunde Zucker verbirgt sich hier ebenso häufig wie Aromen, Konservierungsstoffe und künstliche Zusatzstoffe, die nichts mehr mit ursprünglicher und natürlichen Ernährung zu tun haben.

Ein positiver Aspekt: Sie müssen bei der Paleo Diät nicht hungern. Sie müssen auch keine Kalorien zählen, sondern essen alles an erlaubten Lebensmitteln, was Sie möchten.

Einen festen Diätplan wie bei anderen Diäten gibt es bei der Paleo Diät ebenso wenig wie unterschiedliche Phasen oder eine festgelegte Dauer. Es geht im Kern um eine dauerhafte Ernährungsumstellung, die nicht nur das Abnehmen, sondern ganz allgemein einen gesünderen und fitteren Körper als Zielsetzung hat. Dennoch bietet es sich an, zum Einstieg einen bestimmten Zeitraum festzulegen, in dem ausschließlich Paleo-Ernährung auf dem Programm steht – etwa im Rahmen einer 30-Tage-Challenge.

Wie fundiert sind die Grundlagen der Paleo Diät?

Um festzustellen, was in der Urzeit vom Menschen gegessen worden ist, wurde auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse verschiedener Disziplinen zurückgegriffen.

Trotzdem ist eine Rekonstruktion frühzeitlicher Ernährungsformen nur bedingt und nicht mit absoluter Gewissheit möglich. Selbstverständlich haben damals wie heute auch die Jahreszeiten, Klimazonen und sonstige geographische Umstände einen enormen Einfluss auf das gehabt, was der Mensch gegessen hat. Denn früher war noch viel wichtiger, welches Nahrungsangebot dem Menschen gerade zur Verfügung stand. Auch aus diesem Grund gibt es nicht „die eine“ wirklich richtige Paleo Diät. Der Mensch ist eben doch ein recht anpassungsfähiger Allesfresser.

Es gibt jedoch auch Zweifel an der angeblich artgemäßen Ernährung für den Menschen. Für die Evolution hat die Sicherstellung der Fortpflanzungsfähigkeit des Menschen eine größere Rolle gespielt als die Gesunderhaltung eines Körpers, der seine Pflicht erfüllt hat.

Außerdem muss man berücksichtigen, dass der menschliche Körper und die Lebensumstände sich im Laufe der Zeit allgemein stark verändert haben – und mit ihnen die Anforderungen an die Zusammensetzung der Nahrung. Der Steinzeitmensch hat sich viel mehr bewegt, um seine Nahrung vor dem Verzehr zu jagen oder zu sammeln. Ein Lebensstil vor dem Computer und im Auto wird dieser biologischen Veranlagung des Menschen nicht mehr gerecht. Weniger Bewegung im Alltag bedeutet auch weniger benötigte Energie.

Erfolreich abnehmen mit der Paleo Diät

Die Paleo Diät besitzt viele positive Aspekte. Sie ist weniger als reine Diät zum Abnehmen zu sehen, sondern eher als grundsätzliche Ernährungsumstellung konzipiert.

Bei vielen Beschwerden kann sie einen Beitrag zur Verbesserung leisten oder vorbeugend wirken – etwa bei Diabetes, Multipler Sklerose und diversen Autoimmun- und Stoffwechselerkrankungen. Auch Aknepatienten bekommen häufig wieder eine deutlich bessere Haut.

Schwierig wird es wie bei vielen Diäten für Vegetarier und Veganer. Bei einer so stark fleisch- und proteinbetonten Ernährung ist es kritisch, die erlaubten Lebensmittel auf einen Bruchteil zu reduzieren – zumal auch Hülsenfrüchte wie Soja zu den verbotenen Nahrungsmitteln gehören. Dennoch findet man im Netz auch leckere Paleo-Rezepte, die für eine vegetarische oder sogar vegane Lebensweise geeignet sind.

Wenn man auf die individuellen Verträglichkeiten Rücksicht nimmt und leichte Anpassungen vornimmt, ist die Paleo Diät eine recht praktikable Ernährungsform, die auch über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten werden kann.

Erfahrungsbericht zur Paleo Diät

Wer sich für die Paleo Diät interessiert, sollte sich den folgenden Video-Erfahrungsbericht ansehen.

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